pfeil2  Behauptung pfeil2 Einspruch
   
Jeder soll das Recht auf Unterschied wahrnehmen können

Die Neue Rechte geht davon aus, dass jeder Mensch biologisch an seine „Kultur“ gebunden ist. Nicht, dass jeder Mensch etwas Besonderes ist mit all seinem Facettenreichtum, sondern dass es eine Hierarchie der Menschen gibt. Es gibt von Natur aus höhere und niedere Menschen, und es ist keine Veränderung möglich. Die Neue Rechte sieht die Bevölkerung der BRD, von Österreich, Teilen Polens und Russlands, des Sudetenlandes und Südtirols als die „Leitkultur“. Also wird der Begriff Unterschied oder auch Vielfältigkeit und Besonderheit für ein faschistisches, in unterschiedliche Werte eingeteiltes Weltbild benutzt.

Es gibt kulturelle Unterschiede, die gewahrt werden müssen

Mit dem Begriff kulturell oder Kultur ist in der Szene der Neuen Rechten ausschließlich die menschliche „Rasse“ gemeint. Das Wort „Rasse“ wird kaum noch verwendet, die Neue Rechte arbeitet länderübergreifend, z. B. mit Frankreich und England. Die Behauptung dieser Szene, selbst nicht rassistisch zu sein, taucht immer wieder auf, da Rassismus zum Ziel hat, andere Rassen auszulöschen und die Neue Rechte dies nicht als Lösung sieht. Jede „Kultur“ soll in ihrem Land bleiben, was natürlich auch bedeutet, dass AusländerInnen Deutschland verlassen müssen, so die Neue Rechte. Sie sieht sich selbst als freiheitsliebend und empfindet sich der Wahrheit am nächsten. Die Bedeutung jedoch ist immer noch die gleiche wie seit eh und je in rechten Kreisen, nur anders verpackt, um nicht aufzufallen oder die Ideologie durch Suggestion zu verbreiten, ohne dass es zu offensichtlich ist.

„Ich erlebe es mind. zweimal die Woche, dass ein ausländischer Mann mich oder ein anderes Mädchen belästigt.“
[Zitat aus dem Gästebuch der Homepage: hyperlinks-gegen-rechts.de]

 

Männer, die Frauen belästigen, versuchen sie einzuschüchtern und zu bedrohen, wollen nur ihre vermeintliche Macht demonstrieren, um damit ihr schwaches Ego aufzupolieren. Das ist feige und sexistisch. Dagegen muss eingeschritten werden - egal von wem die Belästigung ausgeht.   

Sexismus und Rassismus

In der rechten Szene benutzen Männer und Frauen das Thema „Belästigungen durch ausländische Männer“, um ihren Rassismus zu legitimieren. Männer können sich so als „Beschützer“ vor der vermeintlichen Bedrohung aufspielen und ihre angebliche Überlegenheit herausstellen. Gleichzeitig unterstreichen sie damit den Besitzanspruch an „ihren“ Frauen.

Rechte Frauen geben häufig an, die angebliche Bedrohung durch ausländische Männer sei ihre Motivation gewesen, sich rechten Gruppen anzuschließen.

Frauen projizieren oft Gewalterfahrungen, die sie in ihrer eigenen Umgebung gemacht haben, auf „die ausländischen Männer“. Sie übertragen ihre Ängste und ihre Wut auf „die anderen“ und entlasten so ihre „eigenen“ Männer.

Der Rassismus führt also dazu, sich noch mehr an den eigenen Mann zu binden und damit auch seine Gewalttätigkeit zu ertragen. In diesem Sinne stabilisiert der Rassismus den Sexismus.“ (zitiert aus: Renate Bitzan, Rechte Frauen: Skingirls, Walküren und feine Damen, Berlin 1997, Seite 194)

Die Medien, das Schulwesen und die Politik sind von linken Meinungen geprägt und diskriminieren die rechte Gesinnung

Dieser Spruch wurde zum Beispiel angewandt, als der CDU-Politiker Martin Hohmann seine antisemitische Rede hielt. In der Vorstellung der Neuen Rechten übten die Medien Druck auf die Politik aus, sie hätten einseitig [also gegen Hohmann] berichtet, was zur Folge hatte, dass Hohmann aus der CDU ausgeschlossen werden musste. Wäre die Macht der Medien nicht so einflussreich, hätte das Volk die Wahrheit dieser Rede verstanden und angenommen.
Die Verallgemeinerung der Medien und sonstiger „Beeinflusser“ trägt dazu bei, sich nicht mehr genau und kritisch mit Informationen auseinanderzusetzen.

Presse

Das deutsche Volk fühlt sich schuldig und verantwortlich für die Geschehnisse im 2. Weltkrieg und kann deshalb nicht stolz, aufrecht und nationalbewusst auf das eigene Land blicken

Wenn das rechte Lager und die Neue Rechte dieses Argument auffahren, reden sie auch vom Schuld/Schamkomplex, den sie dem deutschen Volk unterstellen. Laut Neuer Rechter ist die Folge dieses Komplexes ein regelrecht devotes Verhalten gegenüber der Welt, welches ein freies Bild auf die Wahrheit unmöglich mache. Und die Wahrheit bedeutet in der Sprache der Rechten unter anderem einen Staat ohne AusländerInnen, also ein „naturbezogenes“ Leben, da wir mit Unterschieden geboren seien, die wir nicht ändern könnten. Also könnten wir auch nicht ändern, dass die deutsche Kultur überlegen sei und das sollten wir endlich zugeben und dementsprechend leben.
In diesem Zusammenhang wird auch oft die „Auschwitzlüge“ erwähnt.
Diese Art zu denken ist immer faschistisch, rassistisch und indiskutabel, denn sie zielt völlig am eigentlichen Begriff des Patriotismus vorbei: es geht darum, sich dort, wo man lebt, wohlzufühlen, sich mit sich und seiner Umgebung bewusst und interessiert auseinanderzusetzen und sich nicht allein über ein Land zu definieren.

Einige Positionen der Neuen Rechten, die auch anders verstanden werden können und teilweise bewusst eingesetzt werden, um die Mehrheit der Bevölkerung zu gewinnen:
Anti-Amerikanismus

Die Neue Rechte ist gegen die aktuelle Machtherrschaft und Einflussnahme der USA speziell in den Ländern der „Leitkulturen“. Kein Land solle wie ein Kolonialstaat beherrscht werden, was den USA vorgeworfen wird. Außerdem richtet sich dieser Ausspruch allgemein gegen Kapitalismus und Konsum. Diese antiimperialistische Haltung der Neuen Rechten dient nicht der wirklichen Auseinandersetzung mit den Themen Kapitalismus, Weltherrschaft, Globalisierung, etc. Es geht offensichtlich darum, ein global isoliertes Leben führen zu können, ohne die Abhängigkeit von den USA, die Deutschland und Europa mit ihren Produkten überschwemmen würden um ihre Macht auszuüben und zu erweitern. Des Weiteren widerspricht sich die Neue Rechte selbst, da sie ihren Antiamerikanismus durch ihre antiimperialistische Haltung begründet, jedoch selbst eine imperialistische Ideologie vertritt.

Wir sind nicht rassistisch, wir sind eine Neue Mitte

Schaut man sich die Argumente und Ideologie bestimmter Parteien des rechten Lagers oder einzelner Personen aus der Szene der Neuen Rechten genauer an, wird klar, dass es sich um rassistisches und faschistisches Gedankengut handelt, auch wenn die Themen erst einmal human und plausibel klingen. Das Argument der Rechten: „Wir sind gar nicht so rechts, wie ihr glaubt“, dient dazu, unsichere Menschen für ihre Ideologie zu gewinnen. Ein Ziel der Neuen Rechten ist es, überall in der Gesellschaft Menschen zu integrieren, die dieser Gesinnung zugewandt sind, damit sich diese Ideologie immer weiter verbreiten und zu einem normalen Gedankengut werden kann. Deshalb glaube nicht alles, was Du liest, hörst oder siehst! Wenn Du Dir unsicher bist, recherchiere in Bibliotheken, in Zeitungen oder im Internet, und Du wirst die größeren Zusammenhänge verstehen und dann entscheiden können, was Du glaubst und willst.

Gewalt ist keine Lösung
[sei es in der links- oder rechtsradikalen Szene]

Das Thema Gewalt wurde und wird auf allen Ebenen, in jeder politischen Ecke immer wieder diskutiert. Die Neue Rechte ist der Auffassung, dass linke und rechte Gewalt gleichzustellen ist, aber in der Gesellschaft rechte Gewalt schlimmer angesehen ist und höher bestraft wird. Dies sei unfair und diskriminierend, da das ein falsches Bild der rechten Szene vermitteln würde. Woher diese Informationen kommen, ist äußerst fragwürdig. Durch diese Gegenüberstellung will die Neue Rechte bewirken, dass sich Jugendliche nicht den Linken anschließen, da diese nicht ausdrücklich formulieren, gegen Gewalt zu sein. Doch wenn Du genauer hinschaust, findest Du bei linken Organisationen und Gruppierungen genauso den Aufruf gegen Gewalt. Demnach ist es nichts Besonderes, in der Politik gegen Gewalt zu sein, doch die Neue Rechte benutzt diese Formulierung, um NeueinsteigerInnen zu gewinnen.

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