NewsThere are no translations available. Das nächste Projektgruppentreffen findet vom24.09.2010 - 26.09.2010 in der Bildungsstätte Alte Schule Anspach statt. als PDF-Downloaden |
Dresscodes - Kleidungsstille und Marken
Dresscodes sind dem permanenten Wandel unterworfen, Marken, die vor einiger Zeit noch in rechten Kreisen, zum Teil auch aus Unwissenheit, getragen wurden sind inzwischen verpönt (z.B. Fred Perry). Nazis und deren Umfeld haben in den letzten Jahren ihre eigenen Labels und Brands entwickelt wie z.B. Thor Steinar, Pro Violence, SportFrei usw.. Die Gewinne dieser Firmen fließen zumindest zum Teil in die neonazistische Propagandamaschine.
Gleichzeitig werden die Versteckspiele des Dresscodes in andere Richtungen vorangetrieben. Rechte „verkleiden“ sich mit Palästinensertüchern (nach dem Motto: die Feinde meiner Feinde sind meine Freunde) oder mit Che Guevara T-Shirts, auf denen zu lesen ist: „Heute wäre er einer von uns“.
Sicherlich kommen demnächst auch noch einige Neonazis auf die Idee die Outdoormarke „The North Face“ für sich zu reklamieren. Basecap, Baggys und unser geliebter Kapuzenpulli werden auch bei Aufmärschen der Rechten immer öfter gesehen.
Alpha Industries
In der neonazistischen Szene ist die Marke sehr beliebt, da das Logo sehr dem verbotenen Zivilabzeichen der SA ähnelt. Alpha Industries hat qualitativ hochwertige Bomberjacken und keine Verbindungen zu neonazistischen Kreisen.
Ben Sherman
Der Modeschöpfer Ben Sherman galt in den 60er-Jahren als "King" der Londoner Kulturmeile Carnaby Street. Wegen seines ausschweifenden Lebensstils war er eine Kultfigur der "swinging sixties", der damaligen Party- und Musikszene. Zu beginn der 60er-Jahre wurde Ben Sherman zum "Gott der Mods", der englischen Jugendbewegung dieser Zeit.
Seine typischen Hemden wurden ende der 60er von der Skinhead Bewegung getragen. Ben Sherman gilt als "traditionelle Skinhead-Marke" und hat keinerlei politische Hintergründe und Aussagen.
Bomberjacke
Bomberjacken sind die Nachbildungen der leichten Jacken der US-amerikanischen Bomberpiloten im Zweiten Weltkrieg. Typisch haben sie eine orange Innenseite und keinen Kragen. Die materialisch wirkenden Jacken sind beliebt, weil sie durch ihren Schnitt ein breites Kreuz vortäuschen. Die Jacken werden in der Szene mit verschiedenen aufdrucken verbreitet.
Consdaple
Die Marke Consdaple ist bei Neonazis aufgrund der im Wort enthaltenen Buchstabenkombo NSDAP äußerst beliebt. Der Begriff ist eine Ableitung von dem englischen Wort "Constable", das übersetzt "Schutzmann" bedeutet. Der Schriftzug ist angelehnt an den von Lonsdale. Die von Neonazis entworfene Consdaple-Bekleidung wird nur in neonazistischen Läden verkauft. Der Betreiber des extrem rechten Patria-Versandes aus Landshut brachte die Marke auf dem Markt, nachdem LONSDALE seinen Liefervertrag gekündigt hat.
Doberman Streetwear
Doc Martens
Doc Martens ist eine englische Schuhmarke, die traditionell schwere Arbeiterschuhe mit Stahlkappen produziert. Die Schuhe werden in der gesamten Skinhead-Szene getragen. Maßgeblich dafür sind sowohl Kultgründe als auch die Stahlkappen, die als Waffen eingesetzte werden können. Doc Martens sind aber kein Identifikationspunkt für Nazis, sondern auch in anderen Szenen, insbesondere der linken Punkszene, sehr beliebt.
Fred Perry
Der aus einfachen Verhältnissen stammende Tennisspieler Fred Perry, der als erster das Tennisturnier von Wimbledon dreimal hintereinander gewann, avancierte zur Kultfigur der englischen Arbeiterklasse. Der Lorbeerkranz dient als Symbol des Siegers.
Es ist eine traditionelle Skinhead-Marke, die von verschiedenen Spektren der Szene getragen wird. Die Popularität unter Neonazis erklärt sich aus der Verwurzelung der Marke in der Skinhead-Szene und daraus, dass die T-Shirts z.T. mit Kragen in den Farben schwarz-weiß-rot angeboten werden.
Von Neonazis wird die Marke meist in Unkenntnis dessen getragen, dass Fred Perry jüdischen Glaubens war. Die Firma distanziert sich ausdrücklich von Neonazis und unterstützt antirassistische Aktionen.
Hatecrime
Hatecrime bedeutet Hassverbrechen. Die Bezeichnung entwickelte sich in Deutschland zu einem Synonym für "rassistische und neonazistische Gewalttaten". In den USA sind Hatecrimes gesetzlich definiert als "eine Straftat gegen eine Person, gegen Eigentum oder die Gesellschaft, die im Ganzen oder in Teilen motiviert ist durch die Vorurteile des Täters gegen eine Rasse, eine Religion, eine Behinderung, eine sexuelle Orientierung oder eine ethnische/nationale Herkunft."
Neonazis haben sich diesen Begriff bewusst angeeignet, um ihre Ablehnung gegen eine entsprechende Gesetzgebung und die gesellschaftliche Ächtung rechter Gewaltverbrechen zum Ausdruck zu bringen.
Hatecrime ist auch eine US-Bekleidungsmarke die über neonazistische Verbände vertrieben wird.
Lonsdale
Der Legende nach war Lonsdale ein englischer Arbeitersportverein und Boxsportclub, dem in den 60er-Jahren viele Skinheads angehört haben sollen. Heute trägt eine Bekleidungsmarke diesen Namen. Deren Popularität bei den Neonazis gründet sich auf die darin enthaltenen Buchstaben NSDA. Der Stil war Vorbild für Neonazi-Marken wie MASTERRACE, EUROPE und CONSDAPLE. 1999 hat sich Lonsdale von ihrem neonazistischen Kundenkreis distanziert und beliefert auch keine Nazi-Versände mehr. LONSDALE unterstützt antirassistische Kulturinitiativen.
Masterrace Europe
Ins Deutsche übersetzt bedeutet die Marke "Herrenrasse Europa". Sie ist in allen Neonazi-Kreisen sehr beliebt. Die Bekleidung wird ausschließlich in neonazistischen Läden und Versänden verkauft.
New Balance
Das Markensymbol der Lauf- und Sportschuhe ist ein aufgenähtes N. Im neonazistischen Spektrum wird das als Kürzel für Nationalsozialist/Nationalist gedeutet.
Durch den Wandel der Mode eines Teiles der Nazi Szene zum eher sportlichen Erscheinungsbild hat die Schuhmarke mittlerweile einen recht hohen Verbreitungsgrad in der Szene erreicht. New Balance hat sich entschieden von ihrem Neonazistischen Kundenkreis distanziert.
Patriot
Diese Bekleidungsmarke hat Basecaps, Aufnäher, Aufkleber, Anstecker, Jacken, T-Shirts und Pullover im Angebot. Sie wird nur über neonazistische Geschäfte und den gleichnamigen, extrem rechten Versand vertrieben.
Pitbull
Benannt nach der als aggressiv geltenden Hunderasse bietet diese Bekleidungsmarke alle nur erdenklichen Kleidungstücke an. Die Firma aus Frankfurt am Main wird dem Rocker- und Hooligan-Milieu zugerechnet. Pitbull ist auch über neonazistische Verbände erhältlich.
Thor Steinar
neues Logo altes Logo Diese bei Rechtsradikalen beliebte Marke wurde 2002 von
Axel Kopelke gegründet und stellt verschiedene Kleidungsstücke her. Axel Kopelke und viele der Mitarbeiter sind in der Neonaziszene bekannt und aktiv. Die Kleidung hat ein aggressives Design, das durch die oft verwendete Fleckentarnung noch verstärkt wird. Verschiedene Gerichte beschäftigten sich seit 2004 mit dem Logo der Firma, und es wurden viele Kleidungsstücke mit dem Logo, das starke Ähnlichkeit mit dem Kennzeichen einer ehemaligen NS-Organisation hat, beschlagnahmt. Darufhin entwickelte Thor Steinar ein neues Logo, das als unbedenklich angesehen wird.
Troublemaker
Der Markenname bedeutet soviel wie "Krawallmacher". Die Marke ist bei Hooligans und Skinheads ebenso wie im Rockermilieu beliebt. Troublemaker wird auch über neonazistische Versände und Läden vertrieben.
Links zum Thema:http://www.taz.de/index.php?id=archiv&dig=2007/02/05/a0058
http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,480241,00.html
http://www.verfassungsschutz.de/download/SHOW/thema_0704_autonome_nationalisten.pdf
http://www.antifa-freiburg.de/spip.php?page=antifa&id_article=270
http://www.justizirrtum.de/forum/posts/2898.html
http://www.stop-thorsteinar.de.vu/
http://www.dasversteckspiel.de/
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